Kath. Kirchengemeinde
St. Elisabeth Hamburg

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Historie unserer Beckerath-Orgel

Bereits im Jahr 1938 dachte die St. Elisabeth-Gemeinde in Hamburg-Harvestehude über die Anschaffung einer Orgel nach. Der Krieg machte die Ausführungen jedoch zunichte. Erst im Jahr 1949 konnte man den Gedanken an dieses Vorhaben wieder konkret aufgreifen und schließlich im Jahr 1951 vollen­den.

Die im neo-barocken Stil erbaute Orgel aus dem Hause Rudolf von Beckerath wurde von Mitte 1950 bis Mitte 1951 fertiggestellt und am 9. September 1951 feierlich eingeweiht. Das zuvor verwen­dete Harmonium hatte damit endgültig ausgedient. In der Chronik von 1976 zum 25. Jahrestag der Kirche schrieb das Gemeindemitglied Christian Spriestersbach zur Orgel:

"Im Februar 1950 feiert Pastor Bram sein 40jähriges Priesterjubiläum. Als Festgeschenk erhält er die Mittel zum Bau einer Orgel, darunter zwei Metallspenden (der Norddeutschen Affinerie und von Dr. Josef Eitel), damit die Pfeifen in 'Friedensqualität' gegossen werden können, d.h. in 70-%-iger Zinnlegierung. So bekommt die St. Elisabeth-Kirche ihre erste richtige Orgel. Ge­schaf­fen wird sie von dem Hamburger Orgelbauer Rudolf von Beckerath, einem Meister seines Fachs, der weltweiten Ruf hat. Er baut eine Orgel mit Schleifladen und mechanischer Traktur ohne mo­di­sche Zutaten mit Haupt-, Brustwerk und Pedal, deren hervorragende Klang­schönheit von Fachleuten immer wieder bestätigt wird."

Entgegen weitläufiger Meinungen und anderslautender Veröffentlichungen handelt es sich bei der Orgel in 
St. Elisabeth um das erste offizielle Werk, das die Firma Rudolf von Beckerath Orgelbau GmbH eigenständig fertiggestellt hat. Die Auslieferung und Montage der Orgel erfolgte vor der gleichzeitig beauftragten Orgel in der Musikhalle (heute „Laeiszhalle") – vgl. auch die firmeneigene Opusliste der Firma Beckerath Orgelbau.

Geplante Disposition 1950

Angesichts der Größe des Kirchenraums und der als liturgisch notwendig erachteten Klangfarben für die Messfeiern und Kasualien, entschied man sich ausweislich der vorliegenden historischen 
Pla­nungsdokumentation für eine „mittlere Großorgel" mit einer Disposition von 27 Registern. Diese Ursprungsdisposition aus dem Jahr 1950 lautete wie folgt:


Hauptwerk


Brustwerk


Pedal

Quintadena 16‘
Prinzipal 8'
Rohrflöte 8'
Gemshorn 8‘
Oktave 4'
Spitzflöte 4'
Nasat 2 2/3‘
Waldflöte 2'
Mixtur IV-VI (1 1/3')
Trompete 8' 

Liebl. Gedackt 8'
Salicional 8‘
Rohrflöte 4'
Prinzipal 2'
Spitzflöte 2‘
Terzian II
Scharff III 1/2'
Krummhorn 8' 

Unterbass 16'
Gedacktbass 8'
Oktavbass 8‘
Choralbass 4'
Nachthorn 2‘
Rauschpfeife III
Mixtur IV
Fagott 16'
Trompete 8‘
3 Normalkoppeln

Aufgrund der Nachkriegszeit war man stark mit Materialbeschaffungs- und Finanzierungsproblemen konfrontiert. Demgemäß konnte der Bau der geplanten Orgel nicht vollständig realisiert werden. Um den Orgelneubau aber nicht grundsätzlich zu gefährden, sollte die Orgel nunmehr „ausbaufähig" und „erweiterbar" konzipiert werden. Insofern wurde die erste Orgel im Jahr 1951 zunächst nur mit 11 Grund­registern ausgestattet und ausgeliefert. Das Brustwerk war hinter zwei Gittertüren über dem Spieltisch angesiedelt. Die Orgel war mit einer mechanischen Spiel- und Registertraktur ausgestattet.

Disposition seit 1956

Nachdem der Gemeinde in den nachfolgenden Jahren wieder Finanzmittel zur Verfügung standen, wurde im Jahr 1956 erneut eine Erweiterung um 7 Register vorgenommen. Die Orgel erhielt damit ihre bis heute noch bestehende Disposition von 18 Registern.
Die 1956 entstandene erweiterte Disposition weist sowohl in Anzahl der Register als auch in ihren Klangfarben eine signifikante Abweichung von der ursprünglichen Planung auf. Aufgrund der Umbauten und Erweiterungen mussten diverse Pfeifen aus Platzgründen enger gestellt und gekröpft werden. Die Umsetzung der eigentlich geplanten Ursprungsdisposition und die noch ausstehende Erweiterung um die noch fehlenden 9 Register wurden seitens der Kirchengemeinde aus Gründen der Finanzierbarkeit endgültig verworfen.

Die aktuelle Disposition lautet wie folgt:


Hauptwerk


Brustwerk


Pedal

Prinzipal 8'
Gemshorn 8'
Oktave 4'
Spitzflöte 4' Waldflöte 2'
Mixtur IV-VI (1 1/3')
Trompete 8' 

Liebl. Gedackt 8'
Rohrflöte 4'
Prinzipal 2'
Terzian II
Scharff III (1/2')
Krummhorn 8'

Tremulant

Unterbass 16'
Gedacktbass 8'
Choralbass 4'
Rauschpfeife IV (2 2/3')
Stille Posaune 16' 

Das Bild oben zeigt die Orgel im ursprünglich erbauten Stil (Gitterfenster im BW, mechanischer Spieltisch) von 1951 bis 1976.

1976 - Elektrifizierung, neuer Spieltisch, Tremulant, Schwellkasten im Brustwerk, Radialpedal
1976 erfolgte die Elektrifizierung der Registertraktur mit Bau eines neuen Spieltisches, der bereits auf den nachträglichen Einbau einer etwaigen Setzeranlage ausgerichtet war. Auch wird hier der Umbau des Pedals von doppelgeschweift parallel auf radial vermutet.
Des Weiteren wurden im Brustwerk auf Wunsch der Gemeinde (und entgegen der originären Empfehlung des Orgelbauers Rudolf von Beckerath) Schwelltüren eingebaut. Ebenfalls wurde im Brustwerk ein (neuer) Tremulant installiert.

1983 – Einbau der Setzeranlage
Im Jahr 1983 konnte die seitens der damaligen Organisten und der Kirchengemeinde gewünschte Setzeranlage finanziert und somit eingebaut werden. Die Setzeranlage besteht aus vier Generalen (freie Kombinationen), einem Tutti-Setzer und einem Auslöser.

1999 – Letzte Generalüberholung
1999 erfolgte im Zuge der Kirchenrenovierung die letzte Generalüberholung der Orgel.